|
An dieser Stelle könnte
Ihr Onlineshop oder
Firma vertreten sein.
-->
Seite anmelden
Hilfe, ich bin eine
Frau und liebe mein
Auto!
Ja, das Thema Auto...
Männer unter sich, oder?
Vor drei Jahren hat mich
ein Virus befallen, der
mein Leben als
Autofahrerin mehr
veränderte, als ich das
je geglaubt hätte.
Ein neues Modell ist auf
den Markt gekommen, der
Nach-Nach-Nach-Folger
meines alten Fahrzeugs,
das zu diesem Zeitpunkt
stolze 13 Jahre auf dem
Buckel hatte.
Liebe auf den ersten
Blick und es gab kein
zurück, der neue Wagen
musste her. Nach einigen
Monaten schmachtvoller
Blicke und intensiver
Kalkulation war es dann
soweit. Ich hatte mein
Ziel erfolgreich
anvisiert und das neue
Auto bestellt. Den Tag
der Fahrzeugübergabe
beim Händler (nur eine
Woche später) werde ich
nie vergessen. Glitzernd
rot stand er da, wie nur
für mich gebaut. Mein
ganzer Stolz!
Das Auto erregte
Aufsehen, nicht nur in
meinem Umfeld, auch auf
der Straße. Köpfe
drehten sich nach meinem
roten Bomber um, ich
konnte es kaum fassen.
Ich, die früher auf
dicke Autos und
Spritschlucker
geschimpft hatte, sollte
nun den Spaß am Fahren
entdecken.
Das neue Auto braucht
gut 1,5 bis 2 Liter mehr
Sprit als das alte.
Schuld daran sind zum
einen das höhere
Fahrzeug-Gewicht, zum
anderen die komfortable
Klima-Automatik und
sonstiger elektronischer
Schnick-Schnack. Was
soll's, dachte ich,
andere Autos verbrauchen
viel mehr als meins.
Zudem entdeckte ich die
Freude an zügiger
Fahrweise, die nicht
gerade zum Spritsparen
beiträgt. Ich bin nun
gut mit 7,5 bis 8
Liter/100 km unterwegs.
Vor nicht all zu langer
Zeit fiel mir eine alte
Statistik in die Hände,
die ich im Jahr 1998
begonnen hatte. Der
Preis für einen Liter
Superbenzin hat sich in
dieser Zeit von
durchschnittlich ca.
0,79 Euro auf ca. 1,35
Euro erhöht. Bei einer
Gesamtfahrleistung von
ca. 15.000 km/Jahr
kostet mich der höhere
Verbrauch meines neuen
Wagens somit mehrere
Hundert Euro pro Jahr.
Darüber hinaus bin ich
mit meinem neuen Auto
ein größerer Klimasünder
als vorher mit der alten
Kiste. Oh weh, dachte
ich mir, jetzt hab ich
ein neues Auto und
leiste erst recht einen
Beitrag zur
Klimakatastrophe. So
kann es ja nun nicht
weitergehen. Das Öl
reicht zudem eh nicht
für alle Zeiten,
vielleicht sollte man
schon mal rechtzeitig
nach Alternativen
suchen.
Für mich käme
beispielsweise eine
Umrüstung des Fahrzeugs
auf Autogas in Frage.
Das verbrennt wesentlich
umweltfreundlicher als
Benzin und ist dazu um
die Hälfte billiger.
Rechnet man den Einbau
dagegen, ist man bei
meiner Fahrleistung nach
ca. zwei Jahren
spätestens im grünen
Bereich.
Vielleicht kommt ja auch
seitens der
Automobilindustrie etwas
vielversprechenderes auf
den Markt, ich bin
sicher, die Schubladen
der
Entwicklungsabteilungen
bergen so manche
revolutionäre Neuerung.
Die Hersteller müssen
sich zusätzlich zur
Antriebsform auch auf
das Material und damit
das Gewicht der
Fahrzeuge konzentrieren,
der Trend zu sparsamen
Modellen führt momentan
dazu, dass die
Hersteller zum
"Abnehm-Wettbewerb"
angetreten sind.
Bis dahin genieße ich
die Fahrt in meinem
roten Bomber. Zwar habe
ich gelegentlich ein
schlechtes Gewissen
wegen des Verbrauchs und
versuche dann besonders
spritsparend zu fahren,
aber zwischendurch mal
Gas geben und die
Drehzahl spüren, das hat
eben was. Männer wissen
bestimmt, was ich meine,
oder?
|